Hilfe im Notfall: Dortmunder Archive schließen sich zusammen

Gründung des ersten Dortmunder Notfallverbundes:
Neun Dortmunder Archive, Bibliotheken und Sammlungen gründen einen gemeinsamen Notfallverbund. Die Partner wollen sich im Notfall, zum Beispiel bei einem Brand oder Wasserschaden, gegenseitig helfen und gemeinsam gefährdetes Kulturgut retten.

Hochwasser, Brand, Einsturzgefahr – die Gefährdung und Zerstörung von historischen Sammlungen, Bibliotheken und Archiven in Dresden, Weimar und Köln haben das Bewusstsein dafür geschärft, dass unsere kulturelle Überlieferung stark gefährdet ist und innerhalb weniger Stunden vernichtet werden kann. Selbst ein vergleichsweise „kleines“ Unglück wie ein Wasserrohrbruch, der die Magazinräume eines Archivs überflutet, kann die betroffene Einrichtung selbst schnell an die Grenze der leistbaren Rettungsmaßnahmen bringen.

Aus diesem Grund haben sich in Dortmund neun Archive und Bibliotheken zusammengeschlossen, um gemeinsam Vorsorge zu treffen und einander im Unglücks- oder Katastrophenfall gegenseitig Hilfe und Unterstützung zu leisten: das Baukunstarchiv NRW, das Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, das Institut für Zeitungsforschung, das Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V., das Stadtarchiv Dortmund, die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, die Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, das Universitätsarchiv und die Universitätsbibliothek der TU Dortmund.

Die Dortmunder Partner sind Institutionen in unterschiedlicher Trägerschaft – Stadt, Land, Stiftung und Verein. Sie verpflichten sich, geeignete Vorbeugemaßnahmen zu treffen und Rettungsmaßnahmen vorzubereiten. Sie erarbeiten zum Beispiel gemeinsam mit der Feuerwehr Notfallpläne und halten eine Grundausstattung, die sogenannten Notfallboxen, für den Ernstfall bereit. Sollte ein Notfall eintreten, leisten die beteiligten Institutionen einander gegenseitig personelle, technische und logistische Hilfe. So kann zum Beispiel „fremdes“ Personal bei der Bergung und Sicherung des betroffenen Kulturgutes mithelfen oder der bedrohte Bestand für eine Übergangszeit bei den Kooperationspartnern untergebracht werden.

In Dortmund wird mit der Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung der insgesamt 40. Deutsche Notfallverbund gegründet. Auslöser für die erste westfälische Verbundgründung 2010 in Münster war der Einsturz des Historischen Archivs der Stadt Köln. Seit Ende der 1990er Jahre schließen sich immer mehr Bibliotheken, Archive und Museen zu Kooperationspartnerschaften zusammen, um gemeinsam die bestmöglichen Schutz- und Rettungsmaßnahmen für das eigene Kulturgut zu treffen. Denn einmal weg heißt meist für immer weg.

Einladung zum Pressetermin: Gründung des Dortmunder Notfallverbundes

Zur Gründung des Dortmunder Notfallverbundes von Archiven, Bibliotheken und Sammlungen laden wir die VertreterInnen der Presse herzlich ein am

Freitag, den 18. Januar 2019 um 10.30 Uhr im Baukunstarchiv NRW, Ostwall 7, 44135 Dortmund.

Neun Dortmunder Archive und Bibliotheken haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam Vorsorge zu treffen und sich im Unglücks- oder Katastrophenfall gegenseitig Hilfe und Unterstützung zu leisten: das Baukunstarchiv NRW, das Fritz-Hüser-Institut für Literatur und Kultur der Arbeitswelt, das Institut für Zeitungsforschung, das Mikrofilmarchiv der deutschsprachigen Presse e.V., das Stadtarchiv Dortmund, die Stadt- und Landesbibliothek Dortmund, die Stiftung Westfälisches Wirtschaftsarchiv, das Universitätsarchiv und die Universitätsbibliothek der TU Dortmund.

Über die Grundlagen von Notfallverbünden informiert Reinhard Feldmann, Landesbeauftragter für die Bestandserhaltung in Nordrhein-Westfalen: “Vom Denken des Undenkbaren: Notfallplanung und Katastrophenmanagement für unser schriftliche Kulturgut”. Die „Vereinbarung zur gegenseitigen Unterstützung in Notfällen (Notfallverbund Dortmund)“ wird von den VertreterInnen der beteiligten Institutionen in Anwesenheit von Stadtdirektor Jörg Stüdemann, Beigeordneter für Kultur, Sport und Freizeit, unterzeichnet. Dr. Ilka Minneker (Vorsitzende des Arbeitskreises Notfallverbund Dortmund), gibt Auskunft über die Genese des Dortmunder Verbundes.

Im Anschluss an die Unterzeichnung besteht die Möglichkeit zum Gespräch.

2019-01-08T10:24:16+00:00