Ein Partnerprojekt des Baukunstarchivs NRW, des Museums der Baukultur Nordrhein-Westfalen und der Technischen Universität Dortmund.
Die Ausstellung wird gefördert durch die LWL-Kulturstiftung.

Ausstellungsort: Baukunstarchiv NRW, Ostwall 7, 44135 Dortmund

Ausstellungszeitraum: 22. Januar – 11. April 2021
Eröffnung: Donnerstag, 21. Januar 2021, 18 Uhr

Harald Deilmann (1920-2008) - Foto: Wiechmann Aiette-Shagal, 2005

Harald Deilmann (1920-2008) – Foto: Wiechmann Aiette-Shagal, 2005

Harald Deilmann (1920-2008) zählt zu den bedeutenden Architekten der Nachkriegsmoderne in Deutschland. Zum 100. Geburtstag widmen ihm das Baukunstarchiv NRW, das Museum für Baukultur Nordrhein-Westfalen und die Technische Universität Dortmund eine besondere Werkschau.

Deilmann prägte mit seinen Bauwerken in nahezu allen Baugattungen die Architekturentwicklung in der jungen Bundesrepublik, insbesondere in den 1960er und 1970er Jahren. Sein Wirken als Architekt und Stadtplaner, als Hochschullehrer in Stuttgart und Dortmund – dort Mitbegründer des „Dortmunder Modells“ – sowie als Preisrichter, Berater und Kunstförderer war vielfältig. Schon früh wurde die Gestalt seiner Bauten als „lebendige Architektur“ gewürdigt. Mit seinem 1955 gegründeten Büro schuf er von Münster aus Bauten in Westfalen und im Rheinland, zunehmend auch bundesweit und international. Dabei suchte er – häufig gemeinsam mit zeitgenössischen Künstlern – die Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Herausforderungen und architektonischen Strömungen seiner Zeit.

Lebendige Architektur
Die Grundlage für die Ausstellung bietet der umfangreiche Nachlass des Architekten im Baukunstarchiv NRW. Dieser umfasst rund 1.700 Projekte aus dem Zeitraum 1955 bis 2005.
In der Ausstellung werden die für die architektonische Haltung Deilmanns prägenden Jahre von 1955 bis zum Beginn der 1980er einen Schwerpunkt bilden. Sein Entwurfsansatz basierte stets auf der Prämisse, dass sich das Typologische und das Schöpferische eines Bauwerks bedingen: „Das Wesentliche und Typische bestimmen den objektivierbaren, allgemeinen Anteil des Gebäudes, der zum Geformten, zur Gestalt führt. Das Einmalige, Situationsbedingte und auf die Bauherren- und Architektenpersönlichkeit bezogene Subjektive bestimmen den besonderen Ausdruck des Gebäudes.“

Die Ausstellung gliedert sich inhaltlich wie szenografisch in verschiedene Bauaufgaben: STADT – WOHNEN – BILDUNG – GESUNDHEIT – KULTUR – UNTERNEHMEN – GEMEINWESEN – INNENRAUM. An ausgesuchten Beispielen wird das für Deilmann prägende Verständnis einer „lebendigen Architektur“ mit seinem besonderen Blick auf die Entwurfsparameter ORT, TOPOGRAPHIE, RAUM, FUNKTION, KONSTRUKTION, MATERIAL, LICHT und KUNST erläutert. Ebenso würdigt ein biographischer Teil die Person Harald Deilmann und veranschaulicht die verschiedenen Lebensstationen mit persönlichen Dokumenten und Gegenständen aus dem Nachlass.

Die Ausstellung thematisiert auch die aktuelle Frage des Umgangs mit seinem Werk: Einzelne Bauten stehen bereits unter Denkmalschutz und wurden saniert oder erweitert, andere inzwischen abgerissen – weitere werden derzeit neu entdeckt und eignen sich für den Weiterbau.

Kurator: Stefan Rethfeld
Ausstellungsinszenierung: sinkenarchitekten mit Kikkerbillen – Büro für Gestaltung, Köln / Produktion: designbauwerk, Köln

Zur Ausstellung erscheint ein begleitender Katalog in der Reihe „Baukunstarchiv NRW“ im Verlag Kettler, Dortmund.