Klaus Fehlemann sei ein „Kultur-Schaffender“, ein „Kultur-Macher“, ein „Kultur-Bewahrer“ und ein – im besten Sinne – „Kultur-Verrückter“: Mit diesen Worten würdigte Ernst Uhing, Präsident der Architektenkammer NRW und Vorsitzender der Gesellschafter des Baukunstarchivs NRW, am Morgen des 29. Mai in Dortmund einen der Gründungsväter des Baukunstarchivs NRW. Rund 70 geladenen Gäste hatten sich am Ostwall 7 versammelt, um der feierlichen Verleihung des Ehrenrings der Stadt Dortmund an Klaus Fehlemann beizuwohnen. Der frühere Stadtdirektor Dortmunds und vielfach engagierte Stadtplaner und Kulturfreund wurde im Lichthof des Baukunstarchivs NRW für seine herausragenden Verdienste und besonderes Engagement in den Bereichen Kultur und Mitgestaltung der Stadtentwicklung ausgezeichnet.

Mit dem Event am 29. Mai wurde die höchste Auszeichnung der Stadt Dortmund zum 44. Mal verliehen – seit Einführung des Ehrenrings im Jahr 1978.

Übergeben wurde der Ehrenring feierlich von Dortmunds Oberbürgermeister Thomas Westphal. „Zu den vielreichen Orten in Dortmund, die ohne das Wirken Klaus Fehlemanns nicht die wären, die sie heute sind, zählen beispielsweise die Stadt- und Landesbibliothek sowie das Konzerthaus“, führte Oberbürgermeister Westphal aus. Klaus Fehlemann habe diese Gebäude weiterentwickelt und sei teilweise auch am Neubau beteiligt gewesen. „Sie haben damit wahrlich deutliche Spuren in der Stadt Dortmund hinterlassen“, erklärte der Oberbürgermeister von Dortmund in seiner Festansprache.

Ehrenringträger Klaus Fehlemann (r.) mit Oberbürgermeister Thomas Westphal - Foto: Detlef Podehl

Ehrenringträger Klaus Fehlemann (r.) mit Oberbürgermeister Thomas Westphal – Foto: Detlef Podehl

Thomas Westphal erinnerte daran, dass Klaus Fehlemann Dortmund in einer Zeit „innovativ und engagiert mitgestaltet“ habe, die von intensivem Strukturhandel geprägt gewesen sei: Fehlemann war von 1991 bis 2007 in unterschiedlichen Funktionen in der Stadt tätig, so beispielsweise vor seiner Position als Stadtdirektor auch als technischer Beigeordneter und Beigeordneter für Infrastruktur und Liegenschaften.

Hervorzuheben sei, ergänzte Oberbürgermeister Westphal, dass der ehemalige Stadtdirektor Fehlemann auch nach seiner Pensionierung und bis heute einen außerordentlichen ehrenamtlichen Einsatz für die Stadtgesellschaft zeige.

Oberbürgermeister Thomas Westphal erinnerte daran, dass Klaus Fehlemann Dortmund in einer Zeit „innovativ und engagiert mitgestaltet“ habe, die von intensivem Strukturhandel geprägt gewesen sei, Foto: Detlef Podehl

„Klaus Fehlemann liebt diese Stadt, er lebt diese Stadt“, ergänzte Ernst Uhing. Der Präsident der Architektenkammer NRW betonte, dass Klaus Fehlemann als vernetzt arbeitender und denkender Mensch immer wieder Projekte angegangen sei, an die andere sich überhaupt nicht herantrauen würden.

Mehrfach erwähnt wurde in diesem Zusammenhang insbesondere der „visionäre Einfluss“ des neuen Ehrenringträgers der Stadt Dortmund für die Verortung des Baukunstarchivs Nordrhein-Westfalen in Dortmund, das schließlich im November 2018 – nach jahrelangen Vorarbeiten und kontroversen Standortdiskussionen – im ehemaligen Museums am Ostwall 7 eröffnet werden konnte.

„Klaus Fehlemann hat nicht nur bloß zur Gründung einer Kulturinstitution, sondern gleichzeitig zum Erhalt des ältesten Profanbaus in Dortmunds Stadtzentrum beigetragen“, so Ernst Uhing, der auch als Vorsitzender der Gesellschafterversammlung des Baukunstarchivs NRW ist. Fehlemann habe mit Mut und Einsatzbereitschaft darauf hingewirkt, dass dieses wertvolle Gebäude nachhaltig zu einem Sammlungs- und Ausstellungshaus umgestaltet wurde. „Ein Ort, der heute neues Leben atmet, welcher der Wahrung, Forschung und Präsentation von Architekten- und Ingenieursnachlässen dient.“

„Klaus Fehlemann liebt diese Stadt, er lebt diese Stadt“, sagte AKNW-Präsident Ernst Uhing. Foto: Detlef Podehl

In seiner verschmitzten Art erklärte Klaus Fehlemann, dass der Ehrenring für ihn kein „Zeichen des Schweigens“ sei. Foto: Detlef Podehl

Der so vielfach Geehrte zeigte sich dankbar für die Stationen, die er habe durchlaufen können: „Durch meine Arbeit in ganz unterschiedlichen Institutionen und in verschiedenen Positionen habe ich das Ruhrgebiet in seiner Vielfalt kennenlernen dürfen“, resümierte Klaus Fehlemann nach der Überreichung des Ehrenrings. Das sei ungemein bereichernd gewesen; insbesondere der Austausch mit vielen interessanten und klugen Menschen.

In seiner verschmitzten Art erklärte Klaus Fehlemann aber auch, dass der Ehrenring für ihn kein „Zeichen des Schweigens“ sei: „Ich habe noch viele Wünsche und Anregungen für die weitere Entwicklung dieser Stadt, und ich werde diese auch weiterhin an die Zuständigen herantragen.“

Text: Melina Beierle