Pünktlich zum 120. Geburtstag des Düsseldorfer Architekten Hans Junghanns hat das Baukunstarchiv NRW ein Forschungsprojekt abgeschlossen, das sich der die Erschließung und Digitalisierung seines Nachlasses widmet.
Hans Junghanns wurde am 19. Februar 1906 in Düsseldorf als Sohn des Malers und Akademieprofessors Julius Paul Junghanns geboren. Nach einer handwerklichen Ausbildung studierte er ab 1925 in München und von 1928 bis 1930 an der Düsseldorfer Kunstakademie als Meisterschüler bei Heinrich de Fries.

Haus Junghanns, 1925, Perspektive. – Abbildung: Baukunstarchiv NRW, Bestand Hans Junghanns
1930 gründete er ein eigenes Architekturbüro und realisierte sein erstes Wohnhaus. Während der NS-Zeit nahm er unter anderem am Wettbewerb „Hochschulbauten Berlin“ teil und entwarf das Atelierhaus für junge und unverheiratete Maler in der als Teil der Reichsausstellung „Das schaffende Volk“ 1937 entstandenen Schlageter-Siedlung am Düsseldorfer Rheinufer.
Prägend war die Mitarbeit im Architekturbüro von Wilhelm Kreis. 1948 gründete Junghanns erneut ein Architekturbüro und war erfolgreich mit zahlreichen Wohnhäusern für das städtische Bürgertum sowie Sakralbauten wie die Philippuskirche in Düsseldorf (1964).
Hans Junghanns starb 1989, sein Nachlass wurde 2008 an das Archiv für Architektur und Ingenieurkunst NRW übergeben. Das 2023 gestartete Forschungsprojekt ermöglichte die Sicherung und erhebliche Zugangsverbesserung des Archivbestands.

Entwurf zu einem Dom, 1923, Grundriss. – Abbildung: Baukunstarchiv NRW, Bestand Hans Junghanns
Die Projektmitarbeitenden Stella Eckhard, Dagmar Spielmann und Jakob Bielawa sichteten, verzeichneten und scannten mehr als 3200 Pläne, über 3000 Fotos, rund 260 Dias und fast 1000 Seiten Schriftgut. Dabei reicht das Spektrum von Studienarbeiten über architektonische Utopien und Wettbewerbsbeiträge bis zu realisierten Bauten.
Über das Online-Portal archive.nrw können sie nun öffentlich recherchiert und eingesehen werden unter: www.archive.nrw.de
Umgesetzt wurde das Projekt mit Mitteln der Regionalen Kulturförderung des Landschaftsverbandes Rheinland.
Text: Dr. Christine Kämmerer, 30.03.2026
