public preposition: Mischa Kuballs Bauzäune irritieren, inspirieren und laden zur Diskussion über den öffentlichen Raum ein.

Bauzäune mit rätselhaften Fotos von Kunstprojekten in Marl, Kattowic oder Christchurch – was hat es damit auf sich? Der renommierte Düsseldorfer Konzeptkünstler Mischa Kuball bereitet im Laufe der nächsten Tage eine Ausstellung im Baukunstarchiv NRW in Dortmund vor, indem er an drei stark frequentierten Stellen in der Dortmunder Innenstadt über großformatige Transparente dazu einlädt, sich mit markanten Projekten aus der Reihe seiner public preposi-tion zu befassen.

Die Bauzäune werden dann am 15. Januar 2026 mit ihren ausdrucksstarken Bannern im Lichthof des Baukunstarchivs NRW am Ostwall 7 in Dortmund zusammengeführt und in einer Vernissage dem interessierten Publikum vorgestellt. „Mein Ziel ist, mit der Aktion zu irritieren und in der Folge Gespräche über die Nutzung des öffentlichen Raums anzuregen“, erklärte Prof. Mischa Kuball beim Aufstellen der Bauzäune.

Zwei Männer stehen in einem hellen Raum und halten ein Banner hoch auf dem unter anderem steht

Einen lebendigen Diskurs über die Entwicklung des Stadtraums wünschen sich Künstler Mischa Kuball (l.) und Prof. Wolfgang Sonne (Wissenschaftlicher Leiter des Baukunstarchiv NRW). – Foto: Christof Rose / AKNW

Wie lässt sich öffentlicher Raum heute definieren – und für wen ist er zugänglich? Mit public preposition untersucht Mischa Kuball diese Fragen unmittelbar im Stadtraum. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Öffentlichkeit kein statischer Zustand ist, sondern sich aus Bezie-hungen zwischen Orten, Menschen und Bewegungen formt. Kuball macht diese Beziehungs-geflechte sichtbar, indem er historische, politische und alltägliche Kontexte markiert und neu lesbar macht – in drei Interventionen im Dortmunder Stadtraum, in einer Ausstellung, die als fortlaufender Prozess angelegt ist, sowie einem vertiefenden Symposium.

Hintergrund der Ausstellung ist die zunehmend komplexe Struktur des öffentlichen Raumes: Der Grad der Zugänglichkeit – und damit ein entscheidendes Kriterium für die Charakterisierung eines Raumes als öffentlich – hat sich stark ausdifferenziert. Private Räume, die nur auf Einladung begangen werden können, stehen neben privat verwalteten Räumen mit selektivem Zugang. Öffentliche Territorien können temporär geschlossen sein, während andere dauerhaft zugänglich sind.

Mischa Kuballs temporäre Interventionen beziehen soziale, politische oder kommunale Aspekte mit ein und wollen scheinbar vertraute urbane Zusammenhänge neu infrage stellen.

Personen bauen an einem Bauzaun im Außenraum eine Installation auf und hängen Banner auf. Ein Mann lächelt in die Kamera.

Mischa Kuball bei der Installation seiner public preposition gegenüber dem Dortmunder Hauptbahnhof – Foto: Christof Rose / AKNW

„Die Ausstellung under construction / public preposition passt hervorragend in unser Baukunstarchiv NRW, das wir als Diskursraum über die Frage verstehen, wie wir künftig wohnen, arbeiten, uns bewegen und leben wollen“, erklärte Prof. Dr. Wolfgang Sonne, der wissenschaftliche Leiter des Baukunstarchivs NRW.

„Preposition“ verweist auf Begriffe wie „auf“, „unter“ oder „neben“, die räumliche Beziehungen markieren und somit das Verhältnis zwischen historischen Stätten und ihrem Kontext ins Zent-rum rücken. In diesem Sinne eröffnet Kuball mit seiner public preposition in Dortmund eine Debatte, wie wir heute öffentlichen Raum, Öffentlichkeit und Teilhabe erfahren, und über welchen Gestaltungsspielraum wir verfügen.

Ausstellung under construction / public preposition: 15. Januar – 22. März 2026 im Baukunstarchiv NRW in Dortmund 

Rahmenprogramm

  • Vernissage: 15. Januar 2026, 19.00 Uhr. Um Anmeldung wird gebeten: info@baukunstarchiv.nrw – Informationen zum Programm zur Eröffnung finden Sie hier.
  • Symposium: 6. März 2026, 16.00 Uhr – „Zwischen Kunstwerk und Denkmal: Diskurs zur Zukunft öffentlicher Erinnerung“

Kurzvideo zum Projekt

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Text: 14.01.2026