Sie bringen uns täglich zur von „A nach B“, lassen uns Gewässer überqueren – und sind markante Ingenieurbauwerke: Brückenbauten sind ein wichtiger Bestandteil der Infrastruktur. Gleichwohl ist die Existenz vieler Brücken bundesweit gefährdet: Zahlreiche der Bauwerke sind marode, sanierungsbedürftig oder stehen kurz vor dem Abriss. – Die Fotoausstellung „Brücken und mehr“ im Baukunstarchiv NRW (BKA NRW) in Dortmund legt einen Fokus auf diese Bauwerke – in NRW und ganz Deutschland.

Foto: Architektenkammer NRW

Gezeigt werden Bilder von Prof. Cengiz Dicleli, die Bauwerke von Ulrich Finsterwalder, dessen Brückendirektor Herbert Schambeck sowie dem Brückenarchitekten Gerd Lohmer abbilden. Die Werke werden noch bis zum 12. Juli in Dortmund gezeigt. Die Schau will auch Raum für Diskussionen und offene Gespräche schaffen, etwa zur Frage: Ist ein Neubau vieler Brücken notwendig, oder können auch Alternativen der Bestandsweiterentwicklung in Betracht gezogen werden?

Brücken zwischen den Disziplinen stärken 

„Bauen ist immer eine Gemeinschaftsaufgabe. Bei den gezeigten Brücken sind – wie bei vielen Bauwerken – Architekten und Ingenieure gemeinsam für das Ergebnis verantwortlich. Diese Ausstellung zeigt, welche hohen Qualitäten gemeinsam erreicht werden können“, erklärt Markus Lehrmann (Geschäftsführung BKA NRW). So beleuchte die Ausstellung auch einen weiteren, wichtigen Schwerpunkt: die Zusammenarbeit von Architektur und Ingenieurbaukunst. Prof. Dicleli ergänzt mit Blick auf die präsentierten Werke: „Die Zusammenarbeit zwischen Lohmer mit Finsterwalder und Schambeck ist ein Paradebeispiel für eine guten Zusammenarbeit zwischen Architekten und Ingenieuren.“

Eine Wand, mit Fotografien behangen

Foto: Architektenkammer NRW

baukunst-nrw zeigt zahlreiche Bauwerke 

Das Thema, aber auch die Diskussionen zu Brücken sind allgegenwärtig, auch in den Medien. Die Plattform „baukunst-nrw“, der digitale Führer zu Architektur und Ingenieurbaukunst in NRW, zeigt zahlreichen Brückenbauwerke aus dem gesamten Bundesland Nordrhein-Westfalen – und präsentiert darunter einige Bauten des Architekten Gerd Lohmer (1909–1981), dessen Werke (in ausgewählter Weise) auch in der Schau im BKA NRW präsentiert werden.

Gezeigt werden auf baukunst-nrw insgesamt sechs Bauwerke von Lohmer, darunter die Konrad-Adenauer-Brücke (Baujahr: 1967-72) in Bonn oder auch die Deutzer Brücke in Köln (Baujahr: 1948).

Die Plattform baukunst-nrw ist kostenlos online abrufbar und kann auch von unterwegs (bei Besichtigung der Bauwerke in ganz Nordrhein-Westfalen) genutzt werden. Der Online-Architekturführer listet über 100 Brückenbauwerke in ganz Nordrhein-Westfalen auf und bietet auch Einblicke in Fokusthemen, etwa zum Schwerpunkt „Rheinbrücken“. Insgesamt gibt es auf der Plattform über 2600 Bauten in NRW zu erkunden.

Sommertage nutzen – Brücken erkunden

Die Ausstellung „Brücken und mehr“ im Baukunstarchiv NRW in Dortmund ist noch bis zum 12. Juni kostenfrei zu besuchen und steht sowohl für das Fachpublikum als auch interessierten Laien offen.
Ein Kurzvideo zur Fotoausstellung gibt zudem Einblicke in die Schau – und zeigt wichtige Impulse von Experten zum Thema.

Für diejenigen, die die ausgewählten Brücken – und viele weitere spannende Bauwerke in ganz NRW – zudem gerne vor Ort erkunden möchte, lohnt sich zusätzlich ein Blick auf www.baukunst-nrw.de.

„Brücken und mehr. Finsterwalder, Schambeck, Lohmer – Zusammenarbeit Ingenieur und Architekt“ – Laufzeit: 17. April bis 21. Juni 2026 im Baukunstarchiv NRW in Dortmund. Öffnungszeiten: Di bis So 14:00 – 17:00 Uhr, Mo geschlossen. Mehr Information dazu finden Sie hier.

Text: 29.05.2026, Melina Beierle